Endlich wird sie erhoben – die Forderung nach Südhochdeutsch. Und wo? Auf der Website des „Münchner Merkur“ . Dort heißt es im O-Ton: „Die Überzeugung der Norddeutschen, nur ihre Sprache sei hochdeutsch, ist ein fataler Irrtum der Sprachgeschichte“. Ich will die Details nicht vorweg nehmen. Am besten, Sie schauen selbst rein in diesen Text. Einige Anmerkungen freilich muss ich noch hinterlegen. Erstens: Eigentlich ist das Süddeutsche moderner, denn an den Norddeutschen ist die zweite deutsche Lautverschiebung fast spurlos vorbei gegangen. Zweitens: Viele vermeintlich reines Hochdeutsch Sprechende verwenden Formulierungen, die gar nicht gehen. Etwa: „Ich bin angefangen.“ Eher aus dem Norden stammen auch solche nicht hinnehmbaren Wendungen wie: „Ich erinnere den Urlaub in Südfrankreich.“ Wenn schon, dann kann man sich nur „an den Urlaub in Südfrankreich“ erinnern (hier geht es um transitiv und intransitiv). Und mir wird es auch nie einleuchten, warum Norddeutsche an so simplen Zeitangaben scheitern wie: „Wir treffen uns um dreiviertel zwölf.“ Schließlich: Bei der Verwendung unterschiedlicher Wörter steht es oft eins zu eins. Beispiel: Der Tag vor dem Sonntag heißt im Norden Sonnabend (in der DDR war das sogar offizielle Vorgabe), wogegen im Süden vom Samstag gesprochen wird. Hier gibt es kein richtig oder falsch. Ganz so wie bei Wecken, Brötchen und Schrippe.