Ich weiß, Sie tun das nicht. Sie verwenden nie solche Wort-Fragmente wie „tja“, „eijeijei“, „husch-husch“ oder „uups“. Und schon gar nicht garnieren Sie Ihre Einlassungen mit dem nichtssagenden „genau!“. Geschweige denn, dass Ihnen je das eher dümmliche „äääh“ über die Lippen käme. Aber denken wir doch einfach mal das Undenkbare. Nehmen wir in aller Verwegenheit doch an, Ihnen rutschte so ein äääh“ heraus. Oder gar ein „ääähm“. Wäre das der Anlass, in Grund und Boden zu versinken? Klares Nein. Denn wir verraten Ihnen hier, wie Sie ohne Gesichtsverlust aus der Nummer rauskommen. Sie schieben den klug klingenden Satz nach: „Soeben habe ich eine Interjektion in meine Rede eingebaut!“ Interjektion. Das verblüfft alle, die mit diesem Terminus der Sprachwissenschaftler nichts anfangen können. Sie senken dann still den Kopf und beten, nicht nach der Bedeutung dieses Fachbegriffs gefragt zu werden. Oder aber, sie wissen, worum es geht und sind daher beeindruckt. Denn die Sprachwissenschaft hat für die oben angeführten Laut-Fetzen tatsächlich einen Begriff parat, der diese förmlich adelt: Interjektionen. Das kommt vom Lateinischen interiectio und bedeutet „Einwurf“. Jetzt müssen Sie nur noch hinzufügen, dass die Interjektionen eine eigenständige Wortart sind und zuweilen den so genannten Partikeln im weiteren Sinne zugerechnet werden. Somit sind sie als Einzelwörter oder feste Wortverbindungen definiert, lassen sich nicht beugen und haben – leider – auch so gut wie keine Bedeutung. Wobei Sie noch wissen sollten: Das „äh“ in der genannten Eigenschaft kann zum Beispiel Zweifel ausdrücken. Es gibt aber auch noch das gemeine Gassen-Äääh: Das geht bestenfalls als Verzögerungslaut durch. Egal wie, äh, Sie das sehen: Man muss die Dinge nur richtig verkaufen. Dann sprudelt selbst aus einem „Äääh“ überbordende Intelligenz.