Ob dieses Zeichen einen Schönheitspreis gewinnt? Ich weiß nicht. Es sieht nicht nur kryptisch aus. Es konfrontiert uns auch mit einer eher verwirrenden Botschaft. Konkret: Stehen wir vor einer Frage? Oder doch eher vor einem Imperativ? Oder einem Ausruf? Also ganz nach dem Motto: Klar und unwiderruflich – vielleicht.

Ist dieses Satzzeichen – in der Typo-Fachsprache wird es Interrobang genannt – also überflüssig?

Nun, wir könnten ohne Interrobang leben. Doch sein Schöpfer, der US-amerikanische Werbe-Profi Martin K. Speckter, hat sich bei seiner Kreation etwas gedacht. Speckter stolperte darüber, dass ihm in den Texten immer wieder die Kombination von Frage- und Ausrufungszeichen begegnete. Etwa in Formulierungen wie: „Das ist doch sicher nicht Ihre Meinung!?“ 1962 kam ihm die zündende Idee. Er verschmolz Frage- und Ausrufungszeichen zu einem – das Interrobang war geboren.

Schon vier Jahre später – Print befand sich noch in der Bleizeit – kam die erste Bleisatz-Schrift auf den Markt, die das neue Zeichen enthielt: die „Americana“. Und 1968 stattete Remington sogar seine elektrische Schreibmaschine „Modell 25“ mit dem Interrobang aus. Das „‽“ findet sich natürlich auch in unseren digitalen Schriften für Computer (Unicode U+203D). Und selbst an die Spanier wurde gedacht. Für sie hat man das auf dem Kopf stehende Interrobang geschaffen: also das ⸘. Olé! Oder vielleicht besser: Olé‽